Fernsehen bleibt für die Meinungsbildung (vorerst) am wichtigsten
Datum: 26. August 2019
Autor: Erwin König
Kategorien: Kurz notiert

Wenn es um die Meinungsmacht der Medien und Unternehmen in Deutschland geht, ist heute eine vernünftige Diskussion für große Bevölkerungsteile zu diesem Thema abseits von wissenschaftlichen Veröffentlichungen kaum mehr möglich. Auslöser dieser Polarisierung ist u.a. die polemische Lügenpresse-Kampagne. Diese unterstellt mehr oder weniger, dass die sogenannten Mainstream-Medien – was immer das genau sein soll – uns fortlaufend absichtlich belügen und somit manipulieren. Allein aus diesem Grund ist es notwendig, „harte“ Fakten sprechen zu lassen. Das wird Zweifler und Eiferer natürlich trotzdem nicht überzeugen (siehe Verschwörungstheorien zur Mondlandung, die Erde ist eine Scheibe, Evolution etc.). Aber deswegen ganz auf wissenschaftliche Methoden zu verzichten und daraus gewonnene Erkenntnisse völlig auszublenden, kann keine Alternative sein. Das es mit der Meinungsmacht und der Medienvielfalt in Deutschland gar nicht so schlecht aussieht, zeigt der aktuelle MedienVielfaltsMonitor. Der MedienVielfaltsMonitor der Landesmedienanstalten untersucht seit 2012 regelmäßig, wie sich aus quantitativer Sicht die Meinungsbildung in Deutschland entwickelt. Die aktuelle Studie hat dabei u.a. ergeben, dass das Internet in dieser Hinsicht noch hinter dem Fernsehen liegt. Häufig wird in Diskussionen gerne kolportiert, das Online-Medien in dieser Hinsicht schon relevanter wären. Das ist aber (noch) nicht der Fall, auch wenn das Internet heute schon wesentlich einflussreicher ist, als es etwa die vielgeschmähten Tageszeitungen sind.

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