R. David Lankes, Virginia and Charles Bowden Professor of Librarianship an der University of Texas at Austin, hat im Library Journal einen grundsätzlichen Essay zur Rolle des Bibliotheksberufs im Zeitalter generativer KI veröffentlicht. Sein Kernargument ist, dass generative KI einen historischen Informationsschock auslöst und Bibliotheken darin nur bestehen können, wenn sie sich als verantwortliche Gesprächspartner:innen in Lernprozessen positionieren statt als Hüter:innen von Dokumenten. ...
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Fachartikel
Wie KI-gestützte Datenkompetenz-Schulungen das Selbstvertrauen von Ingenieurstudierenden verändern
Alexander J. Carroll, Joshua Borycz, Nicole K. Stephens, Nadia Merritt und Amanda R. Lowery von der Vanderbilt University haben in The Journal of Academic Librarianship untersucht, wie sich der gezielte Einsatz generativer KI in einer bibliothekarisch geleiteten Datenkompetenz-Schulung auf das Wissen und die Zuversicht von Studierenden der Biomedizintechnik auswirkt. Datenkompetenz gilt in den MINT-Fächern längst als Schlüsselqualifikation, wird in klassischen Studienprogrammen aber...
Was Hochschulbibliotheken von ihren Hochschulen lernen müssen
Hochschulen sind keine politikfreien Räume. Sie sind von Konkurrenz, Machtkämpfen, knappen Ressourcen und konkurrierenden Interessen durchzogen wie jede andere Organisation auch. Für Bibliotheken innerhalb dieser Institutionen bedeutet das: Wer sich aus der Politik heraushält, gestaltet nicht, sondern wird gestaltet. John Cox, ehemals Direktor einer Universitätsbibliothek mit mehr als fünfzehn Jahren Erfahrung, macht diese Diagnose zum Ausgangspunkt einer systematischen Analyse. Sein Beitrag...
Kinder in der digitalen Welt
Die Unabhängige Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“, eingesetzt durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im September 2025, hat im Juni 2026 ihre Handlungsempfehlungen vorgelegt. Der Bericht „Entwicklung stärken, Verantwortung übernehmen“ richtet sich an Politik, Verwaltung, Bildungseinrichtungen, Plattformanbieter, Familien und Fachkräfte und umfasst 56 konkrete Handlungsempfehlungen für einen zukunftsorientierten digitalen...
Metadaten als Infrastruktur
Im Januar 2026 veröffentlichte das Copim-Konsortium unter Federführung von Tobias Steiner, Javier Arias und sechzehn weiteren Autor:innen einen umfassenden Bericht über internationale Metadatenstandards für Open-Access-Bücher und -Kapitel. Das Dokument, erschienen bei Thoth Open Metadata, ist das bislang detaillierteste praktische Handbuch für kleine und mittlere Open-Access-Verlage im Umgang mit bibliografischen Metadaten. Wer ein Open-Access-Buch publiziert, hat es mit einem...
Bürgerforum fordert mehr Medienbildung, Plattformregeln und lokale Öffentlichkeit
Wie Menschen sich informieren, wem sie vertrauen und wo öffentlicher Austausch stattfindet, gehört zu den Grundfragen einer demokratischen Gesellschaft. Der Empfehlungsbericht des Bürgerforums „Über Medien, Über Verständigung, Über uns“ zeigt, dass diese Fragen längst nicht mehr nur Medienhäuser, Politik oder Wissenschaft beschäftigen. Auch Bürgerinnen und Bürger formulieren klare Erwartungen an die Medienlandschaft der Zukunft. Im Mittelpunkt stehen Verständlichkeit, Zugang, Transparenz,...
Digitale Langzeitarchivierung braucht klare Regeln
Ramsey McManus untersucht in seiner Abschlussarbeit „Digital Preservation Policies in University Libraries: A Content Analysis“, erschienen in „The Aquila Digital Community“ der University of Southern Mississippi, wie Universitätsbibliotheken ihre Strategien zur digitalen Langzeitarchivierung öffentlich dokumentieren. Die Analyse zeigt, dass zentrale Aspekte wie Metadaten, Integritätsprüfungen, Speicherredundanz und Formatmigration sehr unterschiedlich berücksichtigt werden. Damit macht die...
Wie verlässlich sind Metadaten für Forschungsdaten wirklich?
Dorothea Strecker untersucht in einem Preprint auf arXiv, wie stabil Metadaten zu Forschungsdaten in DataCite tatsächlich sind. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob sich diese Angaben im Zeitverlauf so stark verändern, dass ihre Nutzung für scientometrische Analysen problematisch wird. Das Ergebnis fällt vergleichsweise beruhigend aus, denn Änderungen betreffen nur einen kleineren Teil der Datensätze, verlaufen meist schrittweise und beeinträchtigen die Vollständigkeit der Metadaten nur...
Erfundene Quellen – wie KI-Zitationen die Wissenschaft unter Druck setzen
Miryam Naddaf und Elizabeth Quill zeigen in „Nature“, dass halluzinierte Literaturangaben längst kein Randproblem mehr sind. Immer mehr wissenschaftliche Veröffentlichungen enthalten demnach Referenzen auf Arbeiten, die gar nicht existieren oder nur in verfälschter Form zitiert werden. Für die Forschung ist das mehr als ein redaktioneller Makel, denn fehlerhafte Quellen untergraben Nachvollziehbarkeit, Vertrauen und wissenschaftliche Integrität. Die Autorinnen beschreiben ein Problem, das mit...
Vom Datenhype zur Datenkompetenz: Warum Data Literacy zur Kernaufgabe von Bibliotheken wird
Im Beitrag „Introduction to Data Literacy: Navigating the Shift from Hype to Reality“ von Ben B. Chiewphasa, erschienen in der Fachzeitschrift „Library Trends“, wird gezeigt, wie Bibliotheken auf die zunehmende Bedeutung von Daten reagieren. Der Artikel analysiert, warum Data Literacy heute eine zentrale Kompetenz für Forschung, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe ist und welche Rolle Bibliotheken dabei spielen können. Daten bilden seit jeher die Grundlage wissenschaftlicher...


