Zeigt Google nur mehr 18% reale Suchergebnisse an?

Ausgabe 7/2012

Ein Beitrag auf dem Jitbit.blog hat zu einigen Diskussionen geführt, die sogar Google Suchmaschinen-Entwickler Matt Cutts, der das öffentliche Sprachrohr Googles bei technischen Fragen ist, zu einer Reaktion nötigte. Auslöser war die Behauptung des Software-Entwicklers Alex Yumashev in seinem Blog, dass Google aktuell nur mehr 18,5% reale Treffer auf einer Suchseite anzeigt.

 

Yumashev geht bei seiner Berechnung allerdings etwas umstritten vor, um diesen Nachweis zu erbringen. Er berechnet den Anteil der richtigen Suchtreffer anhand der Fläche, die diese Suchergebnisse auf einer Bildschirmseite mit 1280x960 Pixel belegen. Die effektiven Suchresultate nehmen nur 535x425 Pixel ein. Dies entspricht einem Anteil von 18,5% an effektiven Suchtreffern. Er geht aber noch einen Schritt weiter und setzt zudem noch die Anzahl der sichtbaren, realen fünf Suchtrefferlinks auf dieser Webseite ins Verhältnis zu allen vorhandenen 45 Links. So reduziert sich das Verhältnis auf dieser Webseite weiter auf nur mehr 11% reale Suchergebnisse.

Die von Yumashev verwendete Berechnungsmethode ist sicher fragwürdig, und der Wert von ca. 18% bzw. 11% an richtigen Suchergebnissen auf den Suchseiten von Google etwas übertrieben (Anmerkung: Man kann als mündiger Bürger auch scrollen oder die Sucheinstellungen selbst verändern und sich auch eine Trefferseite mit 100 Ergebnissen anzeigen lassen.). Trotzdem hat die gemachte Beobachtung einen wahren Kern. Google hat sich seit seinen Anfängen doch von seiner eigentlichen Aufgabe relativ weit entfernt, nämlich den Usern hauptsächlich schnell relevante Suchtreffer anzubieten. Inzwischen stehen die gekauften Links, sprich Werbung, klar im Vordergrund, ob die Google-Gläubigen dies wahrhaben wollen oder nicht. Dazu kommen immer öfter zensurartige Eingriffe, wie die Nichtberücksichtigung von bestimmten Websites aufgrund vermeintlicher Verstöße gegen die Google-Richtlinien, sowie aufgrund ständiger neuer Suchmaschinen-Updates, die angeblich für bessere Ergebnisse sorgen sollen, was aber sehr umstritten ist.

Aufschlussreich sind in diesem Zusammenhang auch einige Kommentare zu diesem Beitrag. So meint ein User zwar auch, dass die wirklichen Suchtreffer von Google immer weniger werden, aber dass dies eigentlich egal sei, weil die wenigen wirklichen Suchergebnisse viel besser als früher seien und ihm heute so die ersten 5 angezeigten Treffer ausreichen würden, um das Gesuchte zu finden. Ohne diese Aussage als statistisch repräsentativ zu bezeichnen, lässt sich doch daraus ablesen, dass es eine Vielzahl von Usern gibt, denen die wahre Bedeutung des Begriffs „Relevanz“ bei der Informationssuche nicht wirklich bewusst ist. Wer, wenn nicht Informationsspezialisten mit ihrem Know-how, können dieser von immer mehr Usern verinnerlichte Des-Informationskompetenz entgegen wirken?

Quelle:
Yumashev, Alex: „Google Search is only 18% Search“; Blogbeitrag vom 3. September 2012, online abrufbar unter http://blog.jitbit.com/2012/09/googles-serp-is-only-25-serp.html

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