Zehn Trends für wissenschaftliche Bibliotheken

Ausgabe 6/2012

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Alle zwei Jahre veröffentlicht die Association of College & Research Libraries (ACRL) eine Liste mit den einflussreichsten zehn Trends für wissenschaftliche Bibliotheken. Um diese Trends zu identifizieren, wird die aktuelle Fachliteratur ausgewertet, Konferenzen besucht und Kontakte mit Experten gepflegt. Daneben werden aber auch die sich schnell wandelnden Rahmenbedingungen, d.h. wirtschaftliche, demographische, gesellschaftliche und politische Faktoren, berücksichtigt. Nachfolgend werden diese zehn Trends kurz vorgestellt und erläutert.

  • Den eigenen Wertbeitrag kommunizieren

Die von Informationseinrichtungen erbrachten Leistungen und geschaffenen Werte für die übergeordneten Organisationen sind keine Selbstläufer. Diese Werte müssen immer und immer wieder an die Entscheidungsträger entsprechend kommuniziert werden, damit diese auch von den diversen Anspruchsgruppen wahrgenommen werden. Ansatzpunkte für die Berechnung und Darstellung findet man zuhauf in der Fachliteratur. So ist z.B. in der neuesten Forschungsliteratur nachgewiesen worden, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der Bibliotheksbenutzung und dem Notendurchschnitt von Studenten gibt.

  • Datenpflege und -bewahrung

Data Curation, d.h. die Verwaltung und Bewahrung von großen Datenbeständen und Datenbanken, stellt neue und wachsende Herausforderungen für Bibliotheken bereit. Dazu zählen neue Standards für alle Arten von Daten sowie eine immer größere Anzahl von Repositorien, die zudem oftmals Cloud-basiert sind. Um diese Prozesse zu vereinfachen, ist es für Informationsspezialisten unbedingt notwendig, mit anderen Teilen der Forschungsgemeinschaft zusammen zu arbeiten. Gleichzeitig bietet diese Aufgabe auch vielfältige Chancen für Informationsspezialisten ihre bestehenden Fähigkeiten in neuen Gebieten anzuwenden sowie eine aktive Rolle im Wissenschaftsprozess zu spielen.

  • Langzeitarchivierung

Mit der Zunahme an digitalen Sammlungen wächst die Besorgnis, dass die Erhaltung dieser Sammlungen nicht auf einen langfristigen Planungshorizont ausgerichtet ist. Hier sind wissenschaftliche Bibliotheken gefordert, nicht nur spezifische Digitalisierungsprojekte zu lancieren, sondern auch für Standards und eine entsprechende Infrastruktur zu sorgen, damit diese Bestände auch langfristig für die Forschung erhalten bleiben.

  • Hochschullandschaft

Die Landschaft der Hochschulen befindet sich selbst in einem dynamischen Wandel. Online-Kurse, Globalisierung und Zweifel am Wert von Universitätsabschlüssen sind Trends, die genau beobachtet werden müssen. Alle Faktoren, die das Hochschulwesen verändern, verändern auch gleichzeitig die Anforderungen bezüglich Sammlungen und Dienstleistungen von Bibliotheken. Damit sind Bibliotheken herausgefordert, gleichzeitig alte und neue Benutzergruppen bedienen zu müssen.

  • Informationstechnologie

Die sich rasend entwickelnde Informationstechnologie wird auch in Zukunft ganz entscheidend bestimmen, wie Bibliotheken sich selbst weiterentwickeln können. Die wichtigsten aktuellen Tech-Trends für Informationseinrichtungen sind mobile Technologien, Discovery-Systeme, Integration von sozialen Medien sowie Cloud-basierte Dienste.

  • Mobile Umwelt

Mobile Endgeräte haben bereits die Art, wie Informationen bereitgestellt und abgerufen werden, in den letzten Jahren verändert. Nicht überraschend, dass immer mehr Informationseinrichtungen entsprechende mobile Dienstleistungen und Angebote nun für ihre Kunden bereitstellen. Apps und Tablets werden aber nicht nur in Bibliotheken salonfähig, auch viele Informationsanbieter wie JSTOR, Elsevier und Thomson Reuters bieten mobile Benutzeroberflächen und Apps für ihre Produkte an.

  • Kundengesteuerte Erwerbung von E-Books

Das Modell der Patron Driven Acquisition (PDA) für elektronische Bücher dürfte in Kürze wohl zum Standard bei der Erwerbung werden. Hier müssen die Lizenzierungsmöglichkeiten und -modelle für die Ausleihe von E-Books aber noch tragfähiger werden, was derzeit noch nicht der Fall ist. So fehlen noch technologische Lösungen, die auch eine Langzeitnutzung und -verwaltung der E-Books ermöglichen.

  • Akademischer Wissensaustausch

Neue Modelle für die wissenschaftliche Kommunikation und Publikation entwickeln sich in einem immer schnelleren Tempo und erfordern von den Bibliotheken, sich daran aktiv zu beteiligen, oder sie drohen den Anschluss zu verlieren.

  • Mitarbeiterentwicklung

Die Bibliotheken müssen selbst dafür sorgen, dass sie über Mitarbeiter verfügen, die den in dieser Trendliste genannten neuen Herausforderungen gewachsen sind. Dazu gehört einerseits, bei Neueinstellungen auf Personal mit entsprechenden Fähigkeiten zu setzen, sowie auch den aktuelle Mitarbeiterstab entsprechen zu schulen und fortzubilden.

  • Benutzerverhalten und -erwartungen

Bei Userumfragen gehören Bibliotheken nicht gerade zur ersten Anlaufstelle, wenn es darum geht, nach Informationen zu suchen. Bibliotheksquellen werden dabei als kompliziert oder schwer benutzbar eingestuft. Elementar ist es daher für Informationseinrichtungen, dieses (neue) Benutzerverhalten zu antizipieren und entsprechend abgestimmte Dienstleistungen und Informationsprodukte zu entwickeln und anzubieten.

Auch wenn in der Fachliteratur und auf den einschlägigen Konferenzen eine Vielzahl weiterer Trends genannt werden, sind diese zehn Trends die am häufigsten erwähnten und diskutierten. Sie sind sicher auch nicht völlig neu. Trotzdem arbeitet diese Liste diejenigen Themen heraus, die wohl nicht nur für wissenschaftliche Bibliotheken in den nächsten Jahren die größte Bedeutung haben werden.

Quelle:
ACRL Research Planning and Review Committee (Hrsg.): "2012 top ten trends in academic libraries: A review of the trends and issues affecting academic libraries in higher education"; in: C&RL News, June 2012, 311-320, online verfügbar unter der Internetadresse http://crln.acrl.org/content/73/6/311.full  

Alle zwei Jahre veröffentlicht die Association of College & Research Libraries (ACRL) eine Liste mit den einflussreichsten zehn Trends für wissenschaftliche Bibliotheken. Um diese Trends zu identifizieren, wird die aktuelle Fachliteratur ausgewertet, Konferenzen besucht und Kontakte mit Experten gepflegt. Daneben werden aber auch die sich schnell wandelnden Rahmenbedingungen, d.h. wirtschaftliche, demographische, gesellschaftliche und politische Faktoren, berücksichtigt. Nachfolgend werden diese zehn Trends kurz vorgestellt und erläutert.

  • Den eigenen Wertbeitrag kommunizieren

Die von Informationseinrichtungen erbrachten Leistungen und geschaffenen Werte für die übergeordneten Organisationen sind keine Selbstläufer. Diese Werte müssen immer und immer wieder an die Entscheidungsträger entsprechend kommuniziert werden, damit diese auch von den diversen Anspruchsgruppen wahrgenommen werden. Ansatzpunkte für die Berechnung und Darstellung findet man zuhauf in der Fachliteratur. So ist z.B. in der neuesten Forschungsliteratur nachgewiesen worden, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der Bibliotheksbenutzung und dem Notendurchschnitt von Studenten gibt.

  • Datenpflege und -bewahrung

Data Curation, d.h. die Verwaltung und Bewahrung von großen Datenbeständen und Datenbanken, stellt neue und wachsende Herausforderungen für Bibliotheken bereit. Dazu zählen neue Standards für alle Arten von Daten sowie eine immer größere Anzahl von Repositorien, die zudem oftmals Cloud-basiert sind. Um diese Prozesse zu vereinfachen, ist es für Informationsspezialisten unbedingt notwendig, mit anderen Teilen der Forschungsgemeinschaft zusammen zu arbeiten. Gleichzeitig bietet diese Aufgabe auch vielfältige Chancen für Informationsspezialisten ihre bestehenden Fähigkeiten in neuen Gebieten anzuwenden sowie eine aktive Rolle im Wissenschaftsprozess zu spielen.

  • Langzeitarchivierung

Mit der Zunahme an digitalen Sammlungen wächst die Besorgnis, dass die Erhaltung dieser Sammlungen nicht auf einen langfristigen Planungshorizont ausgerichtet ist. Hier sind wissenschaftliche Bibliotheken gefordert, nicht nur spezifische Digitalisierungsprojekte zu lancieren, sondern auch für Standards und eine entsprechende Infrastruktur zu sorgen, damit diese Bestände auch langfristig für die Forschung erhalten bleiben.

  • Hochschullandschaft

Die Landschaft der Hochschulen befindet sich selbst in einem dynamischen Wandel. Online-Kurse, Globalisierung und Zweifel am Wert von Universitätsabschlüssen sind Trends, die genau beobachtet werden müssen. Alle Faktoren, die das Hochschulwesen verändern, verändern auch gleichzeitig die Anforderungen bezüglich Sammlungen und Dienstleistungen von Bibliotheken. Damit sind Bibliotheken herausgefordert, gleichzeitig alte und neue Benutzergruppen bedienen zu müssen.

  • Informationstechnologie

Die sich rasend entwickelnde Informationstechnologie wird auch in Zukunft ganz entscheidend bestimmen, wie Bibliotheken sich selbst...

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