Wie verlässlich sind eigentlich kostenpflichtige Datenbanken?

Ausgabe 9/2012



Aktuell wird gerade in der Pressebranche fast verzweifelt nach dem richtigen Geschäftsmodell für die Online-Angebote von Zeitschriften und Zeitungen gesucht, wobei es hauptsächlich um die Frage geht, ob man die eigenen Artikel kostenpflichtig oder weiterhin kostenfrei ins Internet stellen soll. Oft und gerne wird dabei auch mit der größeren Zuverlässigkeit und Qualität von kostenpflichtigen Inhalten argumentiert. Eine ähnliche Diskussion findet man bei der Frage, ob User und/oder Informationsspezialisten bei der Recherche nach Informationen vorzugsweise auf die vermeintlich genaueren und umfassenderen kommerziellen Informationsanbieter zurückgreifen sollen. Kommerzielle Datenbankanbieter vermarkten sich dabei stets mit der Behauptung, dass sie einen Mehrwert gegenüber den kostenfreien Internetquellen aufweisen können. Der Mehrwert von diesen kostenpflichtigen Informationsangeboten beruht in erster Linie auf einer größeren Vollständigkeit der enthaltenen Angaben, einer schnelleren Aktualisierung der Datensätze, sowie allgemein einer besseren Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Inhalte. Soweit zumindest die seit Jahren weitverbreitete Meinung, nicht nur der Datenbankproduzenten selbst, sondern auch die von vielen Informationsspezialisten. Aber lässt sich dieser Mehrwert gegenüber Google und anderen Internetangeboten tatsächlich in der Praxis heute noch nachweisen? Genau dieser spannenden Frage nimmt sich der folgende Beitrag an. Untersucht wird konkret, ob professionelle Informationssucher aus dem Wirtschaftsbereich bei der Benutzung von kostenpflichtigen Ressourcen darauf vertrauen können, ob die enthaltenen Daten und Fakten aktuell und richtig sind.

Nachfolgend wird von den Autoren anhand der kommerziellen Datenbank „US New Business“ des zur Infogroup gehörenden Anbieters ReferenceUSA untersucht, ob die dort enthaltenen Inhalte ihrer beworbenen Zuverlässigkeit in der Realität auch gerecht werden. Bei der „US New Business“-Datenbank handelt es sich um eine Kontakt- und Adressdatenbank mit Angaben wie Telefonnummern, E-Mailadressen und Anzahl der Beschäftigten eines dort verzeichneten Unternehmens. Enthalten sind in diesem Verzeichnis ausschließlich Firmen, die in den USA neugegründet wurden und seit maximal einem Jahr existieren. Informationssuchende wie Rechercheure und Analysten können die dort enthaltenen Daten z.B. nutzen, um die Firmen in verschiedene Marktsegmente für Werbeaktionen zu unterteilen, eine Branchenanalyse anhand der Neugründungen zu erstellen oder Fragen zu beantworten wie „Wie hoch ist die Überlebensrate von neugegründeten Firmen?“ oder „Wie hoch ist das Wachstum von kleinen Unternehmen?“. Die Aktualität und Genauigkeit der Datenbankinhalte ist bei all diesen Auswertungen oder Analysen aber entscheidend, um sinnvolle und aussagekräftige Antworten erhalten zu können.

Unabhängig davon, wie der genaue Rechercheauftrag lautet, müssen diese kommerziellen Datenbanken also über die versprochene Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Datensätze verfügen. Ansonsten läuft jede darauf basierende Auswertung oder Nutzung ins Leere, bzw. liefert komplett falsche Untersuchungsresultate. In dem konkreten Untersuchungsbeispiel wird nun geprüft, wie die in diesem …

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