Studie zur deutschen Unterhaltungs- und Medienbranche

Ausgabe 08-2013

Das Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen PwC hat seine neuesten Zahlen zur deutschen Unterhaltungs- und Medienbranche vorgelegt. Insgesamt ist dieser Sektor 2012 um 1,8% gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Umgesetzt wurden gesamthaft 64,5 Mrd. Euro. Inzwischen tragen die digitalen Medien knapp ein Drittel (32%) zu diesem Gesamtumsatz bei. Bis zum Jahr 2017 soll dieser Anteil sogar auf 42% ansteigen.

Weitere Daten und Fakten aus diesem Bericht:

  • Der deutsche Medienmarkt – immerhin der viertgrößte der Welt – soll bis zum Jahr 2017 mit einem durchschnittlichen Wachstum von 2,5% auf 110 Mrd. US$ Umsatz steigen. Im internationalen Vergleich sind dies aber eher mäßige Zuwachsraten. Für den weltweit größten Medienmarkt, die USA, wird z.B. von 2013 bis 2017 ein jährliches durchschnittliches Wachstum von 4,8% auf 632,1 Mrd. $ im Jahr 2017 erwartet. Für die Volksrepublik China liegt dieser Wert sogar bei 12%, für Großbritannien bei 4,0% und Italien kommt auf 3,7%.
  • Die Bedeutung der mobilen Endgeräte für Online-Werbung nimmt weiter zu. Mit der zunehmenden Verbreitung und Nutzung von Smartphones und Tablets in der Bevölkerung, werden diese Geräte für die Werbebranche immer wertvoller. Bis zum Jahr 2017 sollen die weltweiten Erlöse aus mobiler Online-Werbung jährlich um 27% zunehmen, auf 27 Mrd. $ im Jahr 2017. Die mobile Internet-Werbung hat dann einen Anteil von knapp 15% am gesamten Online-Werbemarkt (185 Mrd. $).
  • In Deutschland sind die Einnahmen 2012 aus der Online-Werbung ebenfalls angestiegen, und zwar um 9,9% auf ca. 4,7 Mrd. €. Bis zum Jahr 2017 rechnet PwC mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 7,2% oder 6,6 Mrd. €.
  • 2012 haben 35 Mio. Deutsche oder 43% der Gesamtbevölkerung das mobile Internet genutzt. Bis 2017 dürfte dieser Wert auf über 65 Mio. mobile Internetuser ansteigen, was einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von 80% entspricht. Dagegen scheint der Markt für stationäre Internetzugänge in Deutschland größtenteils gesättigt zu sein.
  • Der deutsche Zeitungsmarkt befindet sich weiterhin in der Krise. Gemessen an den Umsätzen ist dieser Markt 2012 um knapp 3% gegenüber dem Vorjahr geschrumpft. Dies wird sich vorerst auch nicht ändern. Insgesamt werden die Erlöse von 2012 bis 2017 von 8,4 Mrd. € auf 7,4 Mrd. € schrumpfen. Dies entspricht einem jährlichen Rückgang von durchschnittlich 2,5%. Grund hierfür ist in erster Linie das Printanzeigengeschäft. Einen Hoffnungsschimmer finden die Zeitungsverlage im wachsenden Digitalgeschäft. Die Umsätze sollen dort von 238 Mio. € (2012) auf 674 Mio. € (2017) zulegen, was einem stattlichen, jährlichen Wachstum von 23,2% entspricht. 2017 würde das Digitalgeschäft dann einen Anteil an den Gesamtumsätzen der Zeitungsverlage von 9% erreichen.
  • Ebenfalls rückläufig waren 2012 die Erlöse im deutschen Zeitschriftenmarkt. Diese gingen um 2,3% auf 5,7 Mrd. € zurück.
  • Der deutsche Buchmarkt ist 2012 leicht um 0,8% auf 9,5 Mrd. € geschrumpft. Die rückläufige Entwicklung wird in den nächsten Jahren durch die positive Entwicklung bei den E-Books ausgeglichen. So wird bis 2017 ein leichtes, durchschnittliches jährliches Wachstum von 0,7% erwartet.
  • Der deutsche Fernsehmarkt zeigte sich 2012 robust und hat gesamthaft um 2,6% zugelegt. Sowohl die Erlöse aus Werbung (+1,7%) als auch aus Abonnements (+7,3%) sind 2012 angestiegen. Bis 2017 wird ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 1,9% prognostiziert. Die bestimmenden Trendthemen der nächsten Jahre sind Smart-TV, HD-Programme, Second Screen und Pay-TV.

Die Digitalisierung, schnellere Breitbandzugänge sowie mobile Endgeräte krempeln die Unterhaltungs- und Medienbranche in Deutschland weiterhin um. Dies sind kurz zusammengefasst die Ergebnisse der aktuellen PwC-Studie. Klassische Print-Medien, wie Buch, Zeitung und Zeitschrift verlieren fortlaufend an Marktanteilen gegenüber den digitalen Medien. Dieser Trend wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen.

Quelle:

PwC (Hrsg.): „German Entertainment and Media Outlook 2013-2017“; online abrufbar unter http://www.pwc.de/de/technologie-medien-und-telekommunikation/german-entertainment-and-media-outlook-2013.jhtml#&panel1-1

 

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