Sammelwut der NSA bringt nichts

Ausgabe 1/2014

Der US-amerikanische Geheimdienst NSA ist in den letzten Wochen und Monaten nach Bekanntwerden von dessen gigantischen Spionage- und Abhörtätigkeiten zu so etwas wie dem Inbegriff von Big Brother geworden. Bei der völlig zu Recht geführten Diskussion, was ein Geheimdienst darf oder nicht, wird leider vergessen zu hinterfragen, was mit den bisherigen Maßnahmen überhaupt erreicht worden ist. Hat sich die Sicherheitslage der USA wirklich verbessert? Sind damit in den letzten Jahren tatsächlich Terroranschläge verhindert worden? Steht dieser auch finanziell unglaubliche Summen verschlingende Aufwand in einem vernünftigen Verhältnis zu den Fahndungserfolgen? Eine wohlgemerkt US-amerikanische Studie des Think Tanks "New America Foundation" lässt daran zumindest ernsthaft zweifeln. Vieles was aus den Informationen des Whistleblowers Edward Snowdon bekannt geworden ist, wie vermeintliche Supercomputer und neuartige Analysemethoden, scheint eher ein Haufen heißer Luft zu sein. Ein Blick auf Big Data-Unternehmen wie Google und Amazon zeigt, dass die dort zum Einsatz kommenden "intelligenten" Systeme ihre Grenzen in der Realität haben. Dass ein Staatsunternehmen wie die NSA (National Security Agency), bei noch wesentlich größeren und komplexeren Datenmengen da bessere Ergebnisse erzielen soll, scheint nicht sehr wahrscheinlich zu sein. Und nimmt man die Studie der New America Foundation als Maßstab, muss man Erfolge in der Terrorabwehr bei der NSA mit der Lupe suchen.

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