Outsell-Studie zu Dokumentenlieferdienste

Ausgabe 02/2013



Wenn die Budgets für Inhalte gekürzt werden, sind Kündigungen von Abonnements in der Regel die Standard-Handlungsroutine von Informationsmanagern. Folge wiederum dieser Kündigungen sind immer größer werdende Lücken in den bestehenden Sammlungen und der Zugriff auf kritische Inhalte wird somit erschwert, oder ist sogar überhaupt nicht mehr möglich. Hier kommen als Problemlöser die guten, alten Dokumentenlieferdienste ins Spiel. Aber Dokumentenlieferdienste sind nicht nur in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für Informationseinrichtungen oftmals der Retter in der Not, wenn es darum geht, sehr schnell für seine Kunden fehlende Dokumente zu beschaffen. Das auf die Informationsbranche spezialisierte Markt- und Beratungsunternehmen Outsell hat zu den Dokumentenlieferdienste ein Update zu einer Marktstudie aus dem Jahr 2008 veröffentlicht. Für diese Studie wurden zudem im September 2012 156 Information Professionals befragt.

Grundsätzlich beinhaltet der Begriff „Dokumentenlieferdienst“ zwei Funktionen, nämlich einmal die Dokumentenlieferdienst-Anbieter, sowie andererseits die Vermittlung von elektronischen oder gedruckten Kopien von Dokumenten durch die Infocenter an ihre Enduser.

Nachfolgend einige wichtige Aussagen und Resultate aus dieser Marktanalyse:

Der Teilmarkt der Dokumentenlieferung macht am gesamten Markt für Suche, Aggregation und Syndizierung (kurz: SAS) (gesamter Umsatz 2011: 63,4 Mrd. US$) nur einen verschwindend kleinen Teil aus. Dokumentlieferdienste in ihrer reinsten Form sind ein Untersegment des Teilmarkts „Abonnements und Syndizierung-Markt“, dessen Marktanteil wiederum an der gesamten SAS-Branche nur 6,5% (entspricht 4,12 Mrd. US$) ausmacht. Der Teilmarkt für die lizenzierte Aggregation von Inhalten beträgt 6,3% und der Suchmarkt beansprucht den Hauptteil des SAS-Markts mit 87,3%.
Der mit Abstand größte Dokumentenlieferdienst ist nach Outsell die British Library (Umsatz 2011: 221,4 Mio. US$), vor Infotrieve (43,4 Mio. US$) und Reprints Desk (22,3 Mio. US$). Ein deutsche Vertreter, subito e.V., wird in dieser Rangliste der 12 führenden Anbietern ebenfalls gelistet, allerdings ohne konkrete Angabe eines Jahresumsatzes (geschätzt unter 5 Mio.US$). Insgesamt hat der aufsummierte Jahresumsatz dieser 12 Anbieter von 2011 gegenüber 2010 um beachtliche 10,3% abgenommen, d.h. von 4,569 Mrd. US$ auf 4,121 Mrd. US$.
Thematisch decken die vier populärsten Anbieter, d.h. British Library Document Supply Service (BLDSS), Infotrieve, Linda Hall Library und Reprints Desk, schwerpunktmäßig Dokumente aus den Fachgebieten Wissenschaft, Technik und Medizin ab. Hier hat es eine erwähnenswerte Ausnahme mit der Linda Hall Library, die statt Medizin auf den thematischen Schwerpunkt „Ingenieurswesen“ setzt. British Library und Reprints Desk sind in diesem Sinn noch eher als…

Um den Artikel in voller Länge lesen zu können benötigen Sie ein ABO | oder melden Sie sich an (Login)

Mehr zum Thema:

Die Kommentare sind geschlossen.