Open Access: Was die Autoren wollen

Ausgabe 3/2012

check($_SERVER['REMOTE_ADDR'])){ ?>Open Access (OA) gehört für wissenschaftliche Bibliotheken sicher zu den wichtigsten Themen. Obwohl es die Open Access-Bestrebungen schon seit etlichen Jahren gibt, sind immer noch viele Vorurteile und Missverständnisse mit dieser Publikationsart verbunden. Viele Universitätsbibliotheken unterstützen inzwischen aktiv Open Access und ermutigen ihre Forscher vermehrt zur Publikation in OA-Zeitschriften. Viele wissenschaftliche Bibliotheken setzen derzeit auf universitätseigene Open Access-Finanzmittel für die Autoren. Leider wird hierbei die Rechnung ohne den Wirt, d.h. die Autoren, gemacht, und der Erfolg stellt sich somit nur schleppend ein. Nur wenige Studien haben bisher die Wünsche und Anforderungen bei Open Access aus der Sicht der Autoren untersucht. So werden die kürzlich von einigen Verlagen eingeführten Gebühren für die Veröffentlichung eines Artikels von den Autoren mehrheitlich nicht akzeptiert. Dieser Beitrag untersucht die Motivation für Autoren, in Open Access-Zeitschriften zu publizieren, und diskutiert die Rolle der Bibliotheken bei diesem Prozess.

Laut dem Open Access Directory (http://oad.simmons.edu/oadwiki/OA_journal_funds) stellen aktuell 30 Institutionen Fördergelder für Open Access-Publikationen bereit. Ziel dieser Mittel ist es, den kostenfreien und öffentlichen Zugang zu wissenschaftlichen Forschungsarbeiten im Netz für alle Bürger zu ermöglichen.

Anhand der vorliegenden, allerdings nicht sehr üppigen Fachliteratur werden zuerst die Einstellungen der Autoren zu Open Access skizziert:

  • Nur sehr wenige Autoren (11%) haben bisher Erfahrungen mit dem Publizieren von Fachartikeln auf dem Open Access-Gebiet gesammelt.
  • Die Autoren wünschen dabei kostenlosen Zugang zu diesen Veröffentlichungen sowohl für Autoren als auch für die Leser.
  • Beklagt wird von einigen Autoren auch die fehlende Reputation von Open Access in der Forschungsgemeinschaft, die sie bisher von einer Publikation in einer OA-Zeitschrift abhält.
  • Fehlende Fördermittel und Werbung werden ebenfalls als ein Hinderungsgrund für die Veröffentlichung von Beiträgen angesehen.
  • Andererseits scheinen fast alle in einer Studie befragten Autoren der Idee von Open Access positiv gegenüber zu stehen. Sie sind sich gleichzeitig auch der Vorteile von OA bewusst.
  • Kritisch wird die oft fehlende Unterstützung durch die eigene Institution für Open Access beurteilt.

Folgende Faktoren spielen für Autoren eine Rolle, wenn es um die Veröffentlichung in Open Access-Zeitschriften geht:

  • Das am meisten genutzte Auswahlkriterium, um in einem Open Access-Journal einen Beitrag zu veröffentlichen, ist der Einflussfaktor (Impact Factor). Grundsätzlich bestimmt die Qualität einer Zeitschrift, wo Forscher ihre Arbeiten veröffentlichen. In den letzten Jahren ist der Impact Factor von Open Access-Publikationen kontinuierlich gestiegen, so dass er mit bekannten, kommerziellen Wissenschaftszeitschriften vergleichbar ist.
  • Die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit internationalen Autoren ist ein weiterer Entscheidungsgrund für die Veröffentlichung in einer OA-Zeitschrift.
  • Drei Viertel der Antwortenden wünschen sich für Open Access-Zeitschriften einen schnellen Bearbeitungs- und Veröffentlichungsprozess.

Bei der Frage nach möglichen Hinderungsgründen für das Publizieren in einer OA-Zeitschrift haben sich u.a. folgende Antworten ergeben:

  • Bezahlen müssen, um einen Fachartikel publizieren zu dürfen
  • Fehlende Geldmittel
  • Ungenügender Peer Review-Prozess
  • Grammatische Fehler finden sich öfter in OA-Zeitschriften.

Für Verlage von OA-Zeitschriften werden, abgeleitet aus den ermittelten Standpunkten der Autoren, u.a. folgende Handlungsempfehlungen gegeben:

  • Eine zeitnahe Indexierung einer OA-Zeitschrift in verschiedenen Datenbanken wie PubMed ist für Wissenschaftler eine entscheidende Größe, da diese an einer schnellen Verbreitung ihrer Forschungsarbeiten interessiert sind.
  • Werbung für Open Access-Beiträge mittels Presseartikel zu betreiben, ist eine gute Möglichkeit, die Reichweite und Bekanntheit für eine OA-Zeitschrift zu erhöhen.
  • Die Verlage sollten Autoren dauerhaften Zugang zu Nutzungsdaten wie Zugriffsstatistiken und Zitierungshäufigkeit ermöglichen.
  • Ein enger Kontakt zu Liaison Librarians kann ebenfalls dabei helfen, den Bekanntheitsgrad und die Verbreitung von OA-Zeitschriften zu steigern.

Grundsätzlich ist es als sehr positiv zu beurteilen, dass Open Access-Zeitschriften bei Autoren und Lesern in den letzten Jahren eine immer größere Akzeptanz erfahren haben. Wenn man den Prozess des wissenschaftlichen Publizierens allerdings wirklich verändern will, müssen in Zukunft wesentlich mehr Mittel investiert werden, um diese Bestrebungen entscheidend voranzubringen. Bibliotheken können hier ein wichtigen Beitrag leisten, um einerseits die Wahrnehmung von Open Access innerhalb und außerhalb des eigenen Campus zu erhöhen, sowie bei der Beschaffung von mehr Fördergeldern innerhalb ihrer eigenen Institution mitzuwirken.

Quelle:

Nariani, Rajiv; Fernandez, Leila: “Open Access Publishing: What Authors Want”; in: College & Research Libraries, March 2012, 182-195, online abrufbar unter der URL http://crl.acrl.org/content/73/2/182.full.pdf+html
Open Access (OA) gehört für wissenschaftliche Bibliotheken sicher zu den wichtigsten Themen. Obwohl es die Open Access-Bestrebungen schon seit etlichen Jahren gibt, sind immer noch viele Vorurteile und Missverständnisse mit dieser Publikationsart verbunden. Viele Universitätsbibliotheken unterstützen inzwischen aktiv Open Access und ermutigen ihre Forscher vermehrt zur Publikation in OA-Zeitschriften. Viele wissenschaftliche Bibliotheken setzen derzeit auf universitätseigene Open Access-Finanzmittel für die Autoren. Leider wird hierbei die Rechnung ohne den Wirt, d.h. die Autoren, gemacht, und der Erfolg stellt sich somit nur schleppend ein. Nur wenige Studien haben bisher die Wünsche und Anforderungen bei Open Access aus der Sicht der Autoren untersucht. So werden die kürzlich von einigen Verlagen eingeführten Gebühren für die Veröffentlichung eines Artikels von den Autoren mehrheitlich nicht akzeptiert. Dieser Beitrag untersucht die Motivation für Autoren, in Open Access-Zeitschriften zu publizieren, und diskutiert die Rolle der Bibliotheken bei diesem Prozess.

Laut dem Open Access Directory (http://oad.simmons.edu/oadwiki/OA_journal_funds) stellen aktuell 30 Institutionen Fördergelder für Open Access-Publikationen bereit. Ziel dieser Mittel ist es, den kostenfreien und öffentlichen Zugang zu wissenschaftlichen Forschungsarbeiten im Netz für alle Bürger zu ermöglichen.

Anhand der vorliegenden, allerdings nicht sehr üppigen ...

Um den Artikel in voller Länge lesen zu können registrieren Sie sich doch einfach bei uns | oder melden Sie sich an (Login)

Mehr zum Thema:

Antworten