Editorial 06-2012

Ausgabe 6/2012

Liebe Leserinnen und Leser,

„Prognosen sind äußerst schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen“. Dieses Zitat, sei es nun von Mark Twain, Winston Churchill, oder Kurt Tucholsky, ist zwar in seinem Kern richtig, aber es sollte uns nicht daran hindern, uns ab und an mit der Zukunft zu beschäftigen.

Genau das tun wir in unserer aktuellen Ausgabe der Library Essentials:

Unsere Beiträge schauen sich den Forscher der Zukunft an, um nicht nur herauszufinden, wie Wissenschaft und Forschung in der Zukunft betrieben wird, sondern vielmehr um zu erkennen, welche Informationsdienst­leistungen Wissenschaftler und Forscher künftig benötigen werden. Wichtige Fragen dabei sind: Welche neuen Forschungstrends gibt es? Wie verwenden Forscher künftig online und offline Informationen? Wie setzen sie die digitalen Inhalte für ihre Arbeit ein?

Unsere Beiträge schauen sich auch die Zukunft der Geräte an: Denn davon wird es abhängen, wie Informa­tionsdienstleistungen transportiert werden, auf welchem Weg sie zum Nutzer kommen und wie sie organi­siert werden müssen, damit sie den Kunden zufrieden stellen können. Sind dabei die Tablet­PCs die berechti­gen Hoffnungsträger der Verlage?

Und natürlich schauen wir auf die Bibliothek der Zukunft:

Wir zeigen die zehn Trends für wissenschaftliche Bibliotheken, dazu gehören Datenpflege, Langzeitarchivierung, Informationstechnologie, mobile Umwelt und die Analyse von Nutzerverhalten.

Auch wenn niemand mit Gewissheit sagen kann, wie die Bibliothek in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren aussehen wird, so müssen doch bereits heute die Weichen gestellt werden, damit die Bibliothek der Zukunft überhaupt entstehen kann. Ein einfaches „Weiter so“ kann deshalb nicht die Lösung sein. Mit diesem Slogan hat es schon ganz andere Unternehmen weggespült: Das Traditionsunternehmen Kodak ebenso wie Quelle und Neckermann. Sie alle haben Zukunftstrends verschlafen: „Weiter so“! ist bestenfalls für diejenigen eine sinnvolle Losung, die ihr berufliches wie privates Leben gemäß dem Motto „Nach mir die Sintflut“ ausgerichtet haben.

Für all diejenigen, die noch an die Kraft der Gestaltung glauben, ist der Blick in die Zukunft, auch wenn er vage und nicht hundertprozentig zuverlässig sein kann, keine Glaskugelleserei, sondern die Basis für eine strategische Entscheidung in einer Phase dramatischen Medien­ und Technologiewandels.

Also, liebe Leserinnen und Leser, packen wir die Zukunft gemeinsam an! Davor allerdings stehen noch die Sommerferien: Auch wir machen mal Pause und kommen mit dem nächsten Heft erst wieder im September auf Ihren Bildschirm oder Ihren Schreibtisch! Erholen Sie sich gut!

Herzlich,
Ihr Rafael Ball

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