Die wichtigsten Blogs in Deutschland

Blogs sind eine schon lange etablierte Form des Journalismus 2.0. Allerdings ist aufgrund fehlender Untersuchungen nicht klar, welche Blogs besonders häufig gelesen werden und/oder einen großen Einfluss haben. Die PR-Agentur Faktenkontor hat zu diesem Zweck den Blogger-Relevanzindex entwickelt. Mit diesem Index wird zum ersten Mal die Relevanz von derzeit ca. 1.400 Blogs in Deutschland erfasst.

In diesen Index fließen fünf Kennziffern ein, um die Bedeutung und Wirkung eines Blogs zu messen:

  • Die Sichtbarkeit eines Blogs im Internet,
  • die Anzahl der mit diesem Blog verbundenen Links,
  • die Social-Media-Aktivitäten des Blogs,
  • die Aktivität des Blogs,
  • die Interaktion des Blogs mit seiner Community.

Folgende Blogs sind demnach in Deutschland am relevantesten:

  • Für den Bereich „Finanzen“ wird der Blog des Finanztip (https://www.finanztip.de/blog/) genannt.
  • Für Management-Themen ist es der Management-Blog der WirtschaftsWoche (https://blog.wiwo.de/management/).
  • Der relevanteste Blog für den Bereich Politik ist der Blog von Abgeordnetenwatch (https://www.abgeordnetenwatch.de/Blog).
  • Für die Medienbranche sind es die Blogs der Tageszeitung Die Welt (https://www.welt.de/debatte/weblogs/).
  • Für die Kategorie „Recht“ ist es der Blog des führenden Rechtsinformationsanbieters beck (https://community.beck.de/blog).
  • Für den IT-Bereich ist es der Googlewatchblog (https://www.googlewatchblog.de/).
  • Für die Kategorie „Sport“ ist es liga3-online.de (https://www.liga3-online.de/), für den Motorsport der Bildpresse 2019's Blog (https://bildpresse2010.wordpress.com/) und für das Auto der Mercedes-Benz Passion Blog (https://blog.mercedes-benz-passion.com/).

Aus den vorliegenden Ergebnissen lässt sich ablesen, dass die aktuell wichtigsten Blogs mehrheitlich von großen Zeitschriften/Verlagen und (Medien-)Konzernen betrieben werden. Damit kommt zum Ausdruck, dass die führenden Blogs über einen nicht unwesentlichen Grad an (journalistischer) Professionalität bzw. inhaltlicher Qualität verfügen. Das Gleiche gilt für die Blogs, die auf bestimmten Initiativen basieren, wie etwa Abgeordnetenwatch. Vom vielbeschworenen Bürgerjournalismus, wie man Blogs zu Beginn des Web 2.0 bezeichnete, sind diese Blogs weit entfernt. Die Vorstellung, dass Laien relevanten Content produzieren, mit dem auf dem Kommunikationskanal Internet erhebliche Reichweiten erzielt werden können, scheint sich mehr oder weniger erledigt zu haben. Hierfür eignen sich heute soziale Netzwerke wie Instagram oder YouTube wesentlich besser, wo Influencer Abermillionen von Klicks erreichen und sogar zu Medienstars werden. Aber selbst Fachblogs, wie z.B. im Bibliotheks- und Informationsbereich, erzielen meistens nur eine relativ überschaubare Reichweite. Bei den Bibliotheksblogs – nimmt man z.B. den Plan3.Info-Aggregator (https://plan3t.info/aggregator/) als Anhaltspunkt – scheint der Schwerpunkt zudem eher auf der Funktion als Navigator für neue Branchennachrichten zu liegen. Eigenständige Beiträge finden sich vergleichsweise selten. Die einstige Euphorie für Blogs scheint jedenfalls deutlich abgekühlt zu sein. Ebenso ist der Einfluss auf die öffentliche Meinung überschaubar, abgesehen vielleicht eben von diesen professionellen Blogs.

Quelle:
Faktenkontor (Hrsg.): Blogger-Relevanzindex: https://www.faktenkontor.de/blogger-relevanzindex/

Schlagwörter:
Blogs, Internet, Journalismus, Marketing, Medien, Netzwelt, Verlage

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