Die Boutique-Bibliothek als Erfolgsmodell für wissenschaftliche Bibliotheken?

Ausgabe 02/2013



Wissenschaftliche Bibliotheken müssen, wie andere Arten von Informationseinrichtungen auch, in einer von wirtschaftlichen Zwängen bestimmten Welt kontinuierlich ihren Wert und ihre Bedeutung für ihre Trägereinrichtungen nachweisen. Natürlich wäre es schön, wenn dies immer ohne Probleme und auf einfache Weise möglich wäre. Um diesen positiven Einfluss demonstrieren zu können, gibt es in der Regel leider nicht zwei oder drei entscheidende Erfolgsfaktoren, mit denen wir nachhaltigen Eindruck hinterlassen könnten. Umso interessanter verspricht ein neues Bibliotheksmodell zu werden, das sogenannte Boutique-Bibliotheksmodell, das im Prinzip solch einen Effekt auf den Benutzer haben könnte. Im Prinzip geht es darum dem Nutzer nicht nur mit einer Vielzahl von Informationsangeboten und Dienstleistungen zu überzeugen, sondern mit etwas, das dem Benutzer das Gefühl gibt „überrascht“ zu werden. Dazu ist es aber entscheidend, den Kunden und seine Bedürfnisse detailliert zu kennen, um solche auf ihn maßgeschneiderten Dienstleistungen auch anbieten zu können. Nachfolgend wird dieses Service-Konzept vorgestellt, das möglicherweise helfen kann, um den Trägerorganisationen die positive Auswirkungen von Bibliotheken auf ihre Benutzer besser zu veranschaulichen.

Das Boutique-Bibliotheksmodell wurde 2010 von Andy Priestner und Elizabeth Tilley zum ersten Mal vorgeschlagen. Sie haben untersucht, wie das in der Hotelbranche eingesetzte Boutique-Modell auf Informationseinrichtungen angewendet werden kann und welche möglichen Vorteile sich daraus ergeben. Prinzipiell dreht es sich hierbei um eine intensivere Personalisierung und Spezialisierung von angebotenen Dienstleistungen für die Benutzer, die über bisherige Dienstleistungskonzepte hinausgeht. Der vorliegende Beitrag versucht aufzuzeigen, was dieses Personalisierungsmodell beinhaltet und ob es unabhängig von der Größe einer Bibliothek angewendet werden kann.

In der Hotelbranche beschreibt das Boutique-Modell einen Service, bei dem der Kunde nicht nur König ist, sondern der Hotelbetreiber oder Reiseveranstalter versucht ,die bestehenden Erwartungen des Kunden an den gebuchten Urlaub noch zu übertreffen. Dies ist nur möglich, wenn der Reiseanbieter genau weiß, was…

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